Warum die Integration einer Digitalisierungsstrategie in die Unternehmensstrategie von unschätzbarem Wert ist

Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ist vorbei, und die Hersteller von Technologieprodukten haben erneut alles darangesetzt, sich mit technischen Innovationen und formschönen Designs gegenseitig zu übertrumpfen. Neben noch leistungsstärkeren Prozessoren, hochauflösenderen Displays und größeren Speichermedien wurden auch viele spannende Produkte präsentiert, die unseren Alltag erleichtern sollen.

Bekannte Trends wie Smart Home Integration wurden durch neue Möglichkeiten erweitert. So zeigte etwa der Spielzeughersteller Mattel eine Art „virtuelle Nanny“: Ein System aus Kamera, Mikrofon und Lautsprecher überwacht das Kinderzimmer, erkennt unruhige Phasen der Kleinen und reagiert mit Abspielen von Schlafliedern oder Geschichten. Ob sich der Nachwuchs in der Realität tatsächlich so leicht besänftigen lässt, wird die Zukunft zeigen.

Auch die Automobilbranche war zahlreich vertreten. Neben bekannten Themen wie Elektromobilität oder Autonomes Fahren sowie neuen Mobilitätslösungen stand dieses Jahr insbesondere der Bereich Connected Car im Vordergrund. So zeigte etwa Volkswagen mit dem I.D. ein stark futuristisches Konzeptfahrzeug: Klassische Rundinstrumente und Bedienelemente werden durch Head-up Display und mehrere Touchscreens ersetzt; der Innenraum kann, etwa durch versenkbare Sitze, jederzeit der aktuellen Situation angepasst werden, und natürlich soll das Fahrzeug rein elektrisch und auf Wunsch vollständig autonom navigieren. Die vollständige Smartphone-Integration sowie die „Always on“-Philosophie tun ihr Übriges, um die Erwartungen an ein Fortbewegungsmittel der Zukunft zu erfüllen.

Während die CES 2017 uns also zeigte, welchen Einfluss die Digitalisierung auf den Anwenderbereich nimmt, ist gerade für die Beratungswelt der Impact auf den Unternehmensalltag von relevanter Bedeutung. So entstehen etwa neue Jobprofile, die interne Kommunikation und Entscheidungsprozesse verändern sich, Arbeitsorte und -zeiten werden flexibler, die IT-Struktur wird neu ausgerichtet, und noch zahlreiche weitere Bereiche verspüren deutliche Auswirkungen der Digitalisierung. Problematisch in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass die Unternehmensführung diese Trends häufig nicht rechtzeitig erkennt, wodurch Digitalisierungsmaßnahmen meist zu spät in die Gesamtstrategie eingebunden werden. Darüber hinaus finden die strategische Planung sowie die Verbindung mit anderen unternehmerischen Vorgehensweisen häufig keine Beachtung.

Als Teil der Gesamtstrategie ist die Digitalisierung somit als unverzichtbarer Teil eines Unternehmens zu betrachten. Während das Management Kennzahlen wie Mitarbeiterzahl, Wachstum oder Absatz festlegt, werden die erforderlichen Projekte und Meilensteine zur Digitalisierung häufig nur von den zuständigen Fachabteilungen beurteilt und definiert. Hier sollte indes klar sein, dass auch Kennzahlen zur Digitalisierung sowie die damit angestrebten Ziele in die Geschäftsstrategie implementiert und an die Geschäftsführung weitergegeben werden müssen. Nur so wird eine Gesamtübersicht ermöglicht, und sämtliche Prozessbeteiligten können effizienter involviert werden. Als Resultat ergibt sich ein voll digitalisierter Workflow anstelle der eindimensionalen Ableitung vorgefertigter Ergebnisse aus den Fachbereichen.

Fazit: Digitalisierung muss in erster Linie im Fokus der Geschäftsleitung stehen. Nur durch Integration in die Gesamtstrategie des Unternehmens und eine Top-Down-Bearbeitung der relevanten Themen wird der Blick fürs große Ganze bewahrt, und digitale Trends können gewinnbringend in die Geschäftsprozesse implementiert werden.

 

Alexander Botar ist Gesellschafter der Business Consulting House GmbH & Co. KG und arbeitet als Berater insbesondere im Bereich Prozessmanagement großer Automotive OEMs.

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