Prozesse mit geringer Komplexität, aber auch geringen Vorteilen in der Automatisierung – Low-Hanging Fruits

RPA-Aufgaben, die leicht zu implementieren sind und niedrige Priorität haben, werden oft als „Low-Hanging Fruits“ (LHF) bezeichnet. Es wird erwartet, dass ihr Nutzen geringer ist als der für Quick Wins (QW), während die Komplexität der Implementierung ähnlich hoch ist. Wenn Projekte oder Prozesse diese Merkmale aufweisen, ist es für Unternehmen unerlässlich, ihre Prioritäten richtig zu setzen. Zwar ist es wichtig, solche Projekte durchzuführen, doch ist es entscheidend, zunächst zu ermitteln, ob andere Projekte einen größeren Nutzen bringen, und dann diese zu priorisieren. Eine eingehende Analyse finden Sie in der (BCH) Prozessbewertungsmatrix für Ihre RPA-Reise.

Lernmöglichkeiten aus Low-Hanging Fruits

Oft wird ein Projekt zu einer Low-Hanging Fruit statt zu einem Quick Win, wenn sein Ergebnis nicht ausreichend skalierbar ist. Sobald die Komplexitätsstufen für die jeweiligen Prozesse analysiert und geklärt sind, ist die Skalierbarkeit einer der entscheidenden Aspekte bei der Kategorisierung und damit indirekt bei der Priorisierung von Prozessautomatisierungsprojekten.

LHFs haben jedoch einige wesentliche Vorteile beim Start eines RPA-Projekts. Sie sollten für die Einführung der Organisation in RPA verwendet werden und daher als Lernoption dienen, bevor komplexere und wirkungsvollere Prozesse automatisiert werden. Da LHFs weniger wirkungsvoll sind als Quick Wins, kann das Projektteam zunächst die Lernkurve nach oben durchlaufen, bevor es zum ersten Quick Win übergeht. Dies ist ein wichtiger Schritt für Organisationen, die ihre RPA-Reise gerade erst begonnen haben. Darüber hinaus sind LHF sehr oft Teil eines größeren E2E-Prozesses, der in der Regel mehrere Abteilungen betrifft. Sobald die LHFs automatisiert sind, werden die Grundlagen für eine weitere Automatisierung, insbesondere End-to-End-Automatisierungen, geschaffen.

Niedrig hängende Fallen

Einfache Projekte, die schnelle Ergebnisse zeigen und als LHF klassifiziert sind, bergen die Gefahr, dass Manager in einer Reihe von kleineren Automatisierungs-„Aufgaben“ gefangen werden, während sie gleichzeitig versteckte Opportunitätskosten erleiden, weil sie auf Quick Wins oder Must-Do Improvements verzichten. Beispielsweise wird die Dokumentation von Ausnahmen in der Kreditorenbuchhaltung in einer Excel-Tabelle als „Low-Hanging Fruit“ betrachtet. Es mag zwar verlockend sein, viele Automatisierungen dieser Art durchzuführen, aber die Lösung ist nicht in dem Maße skalierbar, dass die Priorisierung rationell wäre. Es gibt hier jedoch einen versteckten Quick Win. Wenn man die gesamten Geschäftskennzahlen betrachtet und wie sich Ausnahmen auf andere Bereiche des Unternehmens auswirken, führt eine End-to-End-Automatisierung zu einer höheren Investitionsrendite (ROI) und ist mehreren kleinen Low-Hanging Fruit-Automatisierungen vorzuziehen.


Komplexität ist nicht gleich Aufwand

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich sowohl Low-Hanging Fruits als auch Quick Wins durch geringe Komplexität auszeichnen, während Ersteres im Vergleich zu Letzterem nur geringe Auswirkungen auf die Rentabilität haben wird. Der Unterschied liegt in den Auswirkungen des Projekts auf das Geschäft. LHFs können als Einführung in RPA für Organisationen dienen, die keine vorherige Erfahrung mit RPA haben.