RPA 2022: 8 Entwicklungen, die Unternehmen im Blick behalten sollten

Robotic Process Automation (RPA) erobert alle Branchen. Seit 2018 ist der Umsatz auf dem Markt um insgesamt 100 % gewachsen. Auch 2022 wird der Markt um Robotic Process Automation wachsen, Gartner rechnet mit einem Wachstum von 20 %. Wie geht es 2022 mit der Automatisierungstechnik weiter? Alles zu Trends, Prognosen und Chancen im RPA-Jahresausblick 2022.

Stärkerer Fokus auf Prozesse

Automatisierung ist nur ein Aspekt von RPA. Durch die Automatisierung bestehender Prozesse entsteht gleichzeitig ein tieferes Verständnis für die einzelnen Prozessschritte. Schließlich ist das Process Mining eine wesentliche Voraussetzung für die darauffolgende Automatisierung. Beim Process Mining werden mithilfe verschiedener Tools Prozessdaten gesammelt und visualisiert. Das so angehäufte Wissen kann genutzt werden, um die Prozesse selbst effizienter zu gestalten. In den meisten Unternehmen existieren zwar Prozessbeschreibungen – sie stimmen aber nicht immer mit dem realen Ablauf im Unternehmen überein. Dadurch entstehen Ineffizienzen, die durch Process und Task Mining sichtbar gemacht und behoben werden können.

No-Code/Low-Code RPA-Plattformen gewinnen an Bedeutung

No Code/Low-Code-Plattformen sollen die Entwicklung von Anwendungen auch für normale Anwender ohne tiefer gehende IT-Kenntnisse ermöglichen. In der Praxis erwies sich die Vorstellung, das komplexe Anwendungen ohne jede Hilfe der IT-Abteilung entstehen, als unrealistisch. Aber die Plattformen entwickeln sich weiter und auch die Nutzer gewinnen an Erfahrung. Microsoft Power Automate zeigt, wie einfach bereits heute Benutzeroberflächen gestaltet werden können, um normalen Nutzern die Möglichkeit zu geben, einfache RPA-Anwendungen selbst zu entwickeln und auszuführen. Über eine grafische Oberfläche wählen Nutzer aus einer Bibliothek von über 500 vorgefertigten Bausteinen, durch die mit wenigen Klicks vollwertige Automatisierungen entstehen.

Modern Workplace schafft RPA-Infrastruktur

Durch die Pandemie waren viele Unternehmen gezwungen, Prozesse zu digitalisieren und auf Remote-Arbeit umzustellen. Die Umstellung zum Modern Workplace ging gesamtwirtschaftlich damit viel schneller als von Experten prognostiziert. Das ist auch für die Zukunft von RPA eine gute Nachricht. Der Modern Workplace ist mit allen Systemen im Unternehmen verbunden und schafft damit auch die Voraussetzung für eine effektive Erfassung und Automatisierung einzelner Prozesse.

Zudem hat RPA das Potenzial, Herausforderungen zu lösen, die sich durch Remote-Arbeit ergeben. So ist die Arbeit mit Kundendaten hinsichtlich datenschutzrechtlicher Vorgabe immer mit Hürden verknüpft. Durch die Automatisierung solcher sensiblen Prozesse lassen sich solche Herausforderungen einfach vermeiden, indem der menschliche Faktor heraus gekürzt wird. Unternehmen müssen sich dann nur noch um die Integrität der digitalen Infrastruktur und ihrer IT-Systeme kümmern.

Serviceroboter: RPA in der Dienstleistungsbranche

Die Coronakrise hatte weltweit noch andere Effekte. Die besonders hart getroffene Gastronomie und die Service-Industrie mussten einen Großteil des angestellten Personals entlassen. Mit einer Entspannung der Situation haben nun viele Unternehmen das Problem, die Stellen zu besetzen. Forrester schätzt, dass als Reaktion auf den Fachkräftemangel in der Serviceindustrie 35 Prozent der Unternehmen in Zukunft auf RPA setzen wird, um den Fachkräftemangel zu kompensieren. Bei der Automatisierung können Unternehmen auf die Erfahrungen aus dem Outsourcing von Geschäftsprozessen zurückgreifen. Sie zeigen, dass die Auslagerung von Tätigkeiten mehr Vorteile hat als bloß günstigere Arbeitskräfte.

Der Trend zur Hyperautomatisierung

RPA-Lösungen waren lange auf einzelne Aufgaben beschränkt. 2022 und darüber hinaus wird Hyperautomatisierung an Bedeutung gewinnen. Hyperautomatisierung beschäftigt sich mit der Automatisierung von End-to-End-Prozessen. End-to-End-Prozesse decken alle Schritte ab, die zwischen einem Kunden und einem Unternehmen oder zwei Unternehmen stattfinden.

Gartner beobachtet einen Wandel der Hyperautomatisierung von einer Option innerhalb der Unternehmensstrategie hin zu einer notwendigen Existenzbedingung. Sobald es relevanten Akteuren in den Branchen gelingt, Hyperautomatisierung in den Kerngeschäftsprozessen zu etablieren, werden Wettbewerber nachziehen müssen, um weiter konkurrenzfähig zu bleiben.

Semantische Automatisierung wird RPA verändern

RPA.Lösungen brauchen heute häufig genaue Anweisungen, um an jedem Schritt die gewünschte Handlung auszuführen. Das ist selbst dann zeitaufwendig, wenn die Regeln in einer visuellen Oberfläche per Drag&Drop hinzugefügt werden. Semantische Automatisierung verspricht eine Alternative zur regelbasierten Funktionsweise. Semantische Softwarerroboter basieren nicht auf Regeln, sondern auf KI-Algorithmen. Sie können Situationen beobachten und selbstständig Prozesse verstehen und daraus die nächsten nötigen Schritte ableiten. Dem ausführenden Mitarbeiter bleibt dann oft nur noch die Aufgabe, die Arbeit des Software-Roboters zu initiieren.

Durch die großen Fortschritte auf dem Gebiet des Machine Learning wird die semantische Automatisierung 2022 auch in immer mehr realen Anwendungsfällen implementiert werden. Sie verspricht einen größeren Effizienzgewinn und einen breiteren Handlungsspielraum in Bezug auf Hyperautomatisierung.

Stärkere Fokus auf Strategie zur Vermeidung von Silos

Automatisierung zieht in alle Unternehmensbereiche an. Für alle Business-Lösungen wie ERP und CRM existieren Lösungen, die RPA in die jeweiligen Systeme integrieren. So können Unternehmen schnell erste Erfahrungen sammeln und Anwendungsfälle schaffen – langfristig kommen sie aber nicht an einer ganzheitliche Automatisierungsstrategie vorbei. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Automatisierungssilos bilden. Einmal errichtete Silos lassen sich dann nur noch schwer wieder miteinander integrieren.

Im nächsten Jahr wird daher zunehmend die strategische Dimension der Robotic Process Automation in den Blick der Unternehmen geraten. Unternehmen müssen Strategien formulieren, die weniger auf einzelne Plattformen abzielen als auf spezifische Unternehmensfunktionen. In der Folge wird es auch zu einer Reduzierung der genutzten Tools kommen, die wiederum zur Konsolidierung auf dem Markt für RPA beiträgt.

RPA als Mittel zu mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist eines der drängendsten gesellschaftlichen Themen der nächsten 10 Jahre. In den nächsten Jahren wird Robotic Process Automation zeigen, wie wichtig die Automatisierung für die Weiterentwicklung bestehender Lieferketten ist. Durch digitale Arbeiter lassen sich Kosten senken, das macht den Test neuer Produkte einfacher und günstiger. Durch die Digitalisierung von Meetings, Konferenzen, Präsentationen, Wartungen und anderen Prozessen können Unternehmen zudem ihr Reisevolumen senken und dadurch ihren CO2-Fußabdruck reduzieren. Wie Blueprism zeigt, wird RPA daher auch aus dieser Perspektive 2022 an Bedeutung gewinnen.

RPA 2022: Was sollten Unternehmen tun?

Für Unternehmen kommt es 2022 darauf an, an die Erfolge in diesem Jahr anzuknüpfen, weitere Prozesse zu automatisieren, aber auch bestehende Prozesse neu zu evaluieren und vor dem Hintergrund von Nachhaltigkeit und Wettbewerbsdruck auf den Prüfstand zu stellen.

Unternehmen, die bisher noch nicht in RPA investiert haben, werden sich 2022 zunehmend nach Möglichkeiten umsehen müssen, Prozessautomatisierung für sich nutzbar zu machen. Softwarelösungen wie Microsoft Power Automate können hierbei eine entscheidende Rolle spielen: Sie bildet das gesamte Spektrum digitaler Prozessautomatisierung ab und erlaubt es Unternehmen, schnell und kostengünstig sinnvolle Anwendungsfälle zu finden und umzusetzen.

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